Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Geschäfts- und Firmenwerte

Geschäfts- und Firmenwerte aus einem Unternehmenszusammenschluss werden bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet, die sich als der Überschuss der Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses über den vom Erwerber gemäß IFRS 3 angesetzten Anteil an dem beizulegenden Nettozeitwert der identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden darstellen. Die bei einem Unternehmenszusammenschluss identifizierten Geschäfts- und Firmenwerte stellen eine Zahlung dar, die in der Erwartung künftigen wirtschaftlichen Nutzens aus Vermögenswerten, die nicht einzeln identifiziert oder getrennt angesetzt werden können, geleistet wurde.

Geschäfts- und Firmenwerte werden gemäß IFRS 3 nicht abgeschrieben. Stattdessen werden sie gemäß IAS 36 mindestens jährlich auf Wertminderung überprüft.

Sonstige immaterielle Vermögenswerte

Sonstige immaterielle Vermögenswerte umfassen in der Bechtle-Gruppe erworbene Kundenstämme, Marken, Kundenserviceverträge sowie erworbene und selbst erstellte Software.

Kundenstämme werden zu Anschaffungskosten bewertet. Im Rahmen von Unternehmensakquisitionen erworbene Kundenstämme werden in der Höhe bewertet, die dem aus den Kundenstämmen resultierenden Nutzen entspricht. Kundenstämme werden linear über einen Zeitraum abgeschrieben, der vom erwarteten Nutzen für das Unternehmen abhängt. Grundsätzlich wird von langfristigen Kundenbeziehungen ausgegangen. Die erwartete Nutzungsdauer liegt zwischen fünf und zehn Jahren.

Im Rahmen von Unternehmensakquisitionen erworbene Marken werden in der Höhe bewertet, die dem aus den Markennamensrechten resultierenden Nutzen entspricht. Es ist von einer unbegrenzten Nutzungsdauer auszugehen, da es nach einer Analyse aller relevanten Faktoren keine vorhersehbare Begrenzung der Periode gibt, in der diese Markennamensrechte voraussichtlich Netto-Cashflows für den Bechtle-Konzern erzeugen werden. Folglich dürfen die Markennamensrechte gemäß IAS 38 nicht abgeschrieben werden, sondern sind gemäß IAS 36 mindestens jährlich auf Wertminderung zu überprüfen.

Kundenserviceverträge werden zu Anschaffungskosten bewertet. Im Rahmen von Unternehmensakquisitionen erworbene Kundenserviceverträge werden in der Höhe bewertet, die dem aus den Kundenserviceverträgen resultierenden Nutzen entspricht. Kundenserviceverträge werden über ihre jeweilige Restlaufzeit entsprechend dem aus ihnen resultierenden Nutzen abgeschrieben.

Erworbene Software wird zu Anschaffungskosten bewertet und linear über eine Nutzungsdauer von drei bis acht Jahren abgeschrieben.

Selbst erstellte Software wird unter den Voraussetzungen des IAS 38 aktiviert, soweit sowohl die technische Realisierbarkeit als auch die Vermarktung der neu entwickelten Produkte sichergestellt sind, dem Konzern daraus ein wirtschaftlicher Nutzen zufließt und entweder die eigene Nutzung oder die Vermarktung vorgesehen ist. Die Aktivierung erfolgt zu Anschaffungs- und Herstellungskosten, die alle direkt zurechenbaren Einzelkosten sowie angemessene Zuschläge für Gemeinkosten und Abschreibungen beinhalten. Die Kosten, die im Zeitraum vor der technischen Durchführbarkeit anfallen, werden als Forschungskosten sofort als Aufwand erfasst. Die lineare Abschreibung dieser aktivierten Kosten erfolgt ab dem Zeitpunkt der wirtschaftlichen Nutzung des Vermögenswertes über eine Nutzungsdauer von drei bis fünf Jahren. Die Abschreibungen werden entsprechend ihrer Entstehung in den Umsatz-, Vertriebs- und Verwaltungskosten ausgewiesen.

Sachanlagevermögen

Die Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten bewertet und um planmäßige Abschreibungen vermindert. Soweit erforderlich werden außerplanmäßige Wertminderungen vorgenommen. Die planmäßige Abschreibung erfolgt zeitanteilig und hauptsächlich linear auf Grundlage der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer.

Den planmäßigen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:

Büromaschinen: 3 – 5 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung: 5 – 20 Jahre
Fuhrpark: 3 – 6 Jahre
Gebäude: 25 – 50 Jahre

Geringwertige Vermögenswerte des Sachanlagevermögens werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben und als Abgang ausgewiesen.

Kosten für Instandhaltung werden zum Zeitpunkt ihres Entstehens erfolgswirksam erfasst. Zinsen auf Fremdkapital werden als laufender Aufwand erfasst.

Bei Finanzierungs-Leasingverträgen wird dem Leasingnehmer das wirtschaftliche Eigentum in den Fällen zugerechnet, in denen er im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum verbunden sind, trägt (IAS 17). In diesen Fällen werden die jeweiligen Sachanlagen zu Anschaffungskosten beziehungsweise zum niedrigeren Barwert der Mindestleasingzahlungen aktiviert und linear entsprechend der wirtschaftlichen Nutzungsdauer oder über die kürzere Laufzeit des Leasingvertrags abgeschrieben.

Bei Operating-Leasingverhältnissen werden Leasingraten beziehungsweise Mietzahlungen direkt als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Wertminderungen von Vermögenswerten

Bei Geschäfts- und Firmenwerten sowie bei immateriellen Vermögenswerten mit unbegrenzter Nutzungsdauer wird ein Werthaltigkeitstest mindestens jährlich durchgeführt. Bei immateriellen Vermögenswerten mit begrenzter Nutzungsdauer und Sachanlagen wird ein Werthaltigkeitstest vorgenommen, wenn Ereignisse oder Veränderungen eintreten, die auf eine geminderte Werthaltigkeit hindeuten. Dabei wird zur Prüfung der Werthaltigkeit im Bechtle-Konzern grundsätzlich der nach der Discounted-Cashflow-Methode ermittelte Nutzungswert herangezogen. Basis hierfür ist die vom Management erstellte aktuelle Planung für die nächsten drei Geschäftsjahre. Die Planungsprämissen werden jeweils an den aktuellen Erkenntnisstand angepasst. Dabei werden angemessene Annahmen zu makroökonomischen Trends sowie historische Entwicklungen berücksichtigt. Für die Ermittlung der Cashflows werden grundsätzlich die erwarteten Wachstumsraten der betreffenden Märkte zugrunde gelegt.

Der Abschreibungsbedarf entspricht dem Betrag, um den der Buchwert des Vermögenswerts den Fair Value übersteigt. Vermögenswerte, die nicht länger dem Geschäftsbetrieb zu dienen bestimmt sind, werden zum Buchwert oder niedrigeren beizulegenden Wert abzüglich Veräußerungskosten bewertet. Zum Zweck der Werthaltigkeitstests bei Geschäfts- und Firmenwerten müssen diese ihren entsprechenden Cash-Generating Units zugeteilt werden. Im Bechtle-Konzern gibt es zwei Cash-Generating Units, die identisch mit den beiden Segmenten IT-Systemhaus & Managed Services und IT-E-Commerce aus der Segmentberichterstattung sind.

Latente Steuern

Latente Steuern werden gemäß IAS 12 auf alle temporären Differenzen zwischen den Buchwerten in der Konzernbilanz und den steuerlichen Wertansätzen der Vermögenswerte und Schulden (Liability Method) sowie für steuerliche Verlustvorträge gebildet.

Aktive latente Steuern für Bilanzierungs- und Bewertungsunterschiede sowie für steuerliche Verlust- vorträge werden nur insoweit angesetzt, als mit hinreichender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden kann, dass diese Unterschiede in der Zukunft zur Realisierung des entsprechenden Vorteils führen. Eine Verrechnung von aktiven latenten Steuern mit passiven latenten Steuern erfolgt, soweit eine Identität der Steuergläubiger besteht. Der Ermittlung werden die im Jahr der Umkehrung geltenden Steuersätze zugrunde gelegt. Änderungen der Steuersätze werden berücksichtigt, soweit sie verabschiedet sind.

Vorräte

Die Bewertung der Handelswaren erfolgt gemäß IAS 2 zu den durchschnittlichen Anschaffungskosten. Fremdkapitalzinsen werden nicht aktiviert. Soweit erforderlich werden Abschläge auf den niedrigeren realisierbaren Nettoveräußerungswert vorgenommen. Diese Abschläge berücksichtigen neben der verlustfreien Bewertung alle sonstigen Bestandsrisiken. Sofern die Gründe, die zu einer Abwertung der Vorräte in der Vergangenheit führten, nicht länger bestehen, wird eine Wertaufholung vorgenommen.

Finanzinstrumente

Finanzinstrumente sind Verträge, die gleichzeitig bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen zu einer finanziellen Verbindlichkeit führen. Dazu gehören sowohl originäre Finanzinstrumente (z.B. Forderungen oder Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) als auch derivative Finanzinstrumente (Geschäfte zur Absicherung gegen Wertänderungsrisiken). Nach IAS 39 werden folgende Kategorien von Finanzinstrumenten unterschieden:

  • für Handelszwecke gehaltene Vermögenswerte mit erfolgswirksamer Bewertung zum beizulegenden Zeitwert (held for trading)
  • bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen (held to maturity)
  • ausgereichte Kredite und Forderungen (loans and receivables)
  • zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (available for sale)
  • finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten (financial liabilities)
  • finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert (financial assets and liabilities at fair value through profit or loss)

Finanzinstrumente werden, soweit nicht anders angegeben, zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Der beizulegende Zeitwert eines originären Finanzinstruments ist in der Regel der am Markt erzielbare Preis, d. h. der Preis, zu dem das Finanzinstrument zwischen voneinander unabhängigen Parteien innerhalb einer Transaktion frei gehandelt werden kann. Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden grundsätzlich zum Erfüllungstag bilanziert. Ausgereichte Kredite und Forderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.

Von der Möglichkeit, finanzielle Vermögenswerte bei ihrem erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Vermögenswerte zu designieren, hat die Bechtle AG bislang keinen Gebrauch gemacht. Bei den finanziellen Verbindlichkeiten hat der Konzern von der Anwendung des Wahlrechts, diese bei ihrer erstmaligen bilanziellen Erfassung als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Verbindlichkeiten zu designieren, bisher keinen Gebrauch gemacht.

Derivative Finanzinstrumente werden bei Bechtle grundsätzlich nur für Sicherungszwecke eingesetzt. Die Gesellschaft bedient sich Zinsswaps, um das aus zukünftigen Zinssatzschwankungen resultierende Zinsänderungsrisiko bei Finanzschulden zu vermindern. Devisentermingeschäfte und wwDevisenswaps werden in Einzelfällen eingesetzt, um Forderungen und Verbindlichkeiten aus Handelsgeschäften in Fremdwährungen gegen Risiken aus Wechselkursschwankungen abzusichern.

Nach IAS 39 werden im Bechtle-Konzern sämtliche derivativen Finanzinstrumente nach der Methode der Bilanzierung zum Erfüllungstag zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Die beizulegenden Zeitwerte werden mithilfe standardisierter finanzmathematischer Verfahren (Mark-to-Market-Methode) oder quotierter Preise ermittelt. Gewinne und Verluste aus der Veränderung der Marktwerte derivativer Finanzinstrumente, die nicht im Rahmen des Hedge Accounting bilanziert werden, werden ebenso wie die Wertänderung des Grundgeschäfts sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung mit ihrem Marktwert berücksichtigt. Die Marktwertveränderungen der Finanzderivate werden, soweit sie den effektiven Teil betreffen, bei den als Cashflow Hedge zu klassifizierenden Zinsswaps der Gesellschaft erfolgsneutral unter Berücksichtigung der darauf entfallenden latenten Steuern gebucht. Der Marktwert von Zinsswaps bestimmt sich durch Abzinsung der erwarteten zukünftigen Zahlungsströme über die Restlaufzeit des Kontrakts auf Basis aktueller Marktzinsen und der Zinsstrukturkurve. Die Erfassung von ineffektiven Marktwertänderungen erfolgt erfolgswirksam über die Gewinn- und Verlustrechnung.

Devisentermingeschäfte und Devisenswaps zur Absicherung von Forderungen oder Verbindlichkeiten (= Grundgeschäft) in fremder Währung werden als Fair Value Hedge bewertet. Ein Fair Value Hedge sichert den beizulegenden Zeitwert von bilanzierten Vermögenswerten und Schulden. Der beizulegende Zeitwert des Devisentermingeschäfts wird mittels des Marktwertes bestimmt. Die Änderung des Zeitwerts des Devisentermingeschäfts sowie die Marktwertänderung des Grundgeschäfts, die auf dem abgesicherten Risiko basiert, werden zeitgleich ergebniswirksam erfasst.

Zu Sicherungszwecken eingesetzte Derivate, die jedoch nicht die strengen Kriterien des IAS 39 erfüllen, werden als zu Handelszwecken gehalten eingestuft und erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Vermögenswerte

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung angemessener Abschläge für alle erkennbaren Einzelrisiken bewertet. Langfristige Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden unter Zugrundelegung der entsprechenden Zinssätze auf den Bilanzstichtag abgezinst. Auch das allgemeine Kreditrisiko wird, sofern nachweisbar, durch entsprechende Wertkorrekturen berücksichtigt.

Wertminderungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden grundsätzlich über Wertberichtigungskonten vorgenommen. Die Entscheidung, ob ein Ausfallrisiko mittels eines Wertberichtigungskontos oder über eine direkte Minderung der Forderung berücksichtigt wird, hängt vom Grad der Verlässlichkeit der Beurteilung der Risikosituation sowie von den unterschiedlichen gegebenenfalls landesspezifischen Rahmenbedingungen ab. Diese Beurteilung obliegt den einzelnen Portfolioverantwortlichen.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten in der Bechtle-Gruppe ausschließlich Finanzinstrumente. Die sonstigen Vermögenswerte enthalten auch nichtfinanzielle Vermögenswerte.

Wertpapiere

Wertpapiere werden grundsätzlich als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert und zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden erfolgsneutral im Eigenkapital abgegrenzt und erst bei Veräußerung oder wesentlicher Wertminderung erfolgswirksam erfasst. Der beizulegende Zeitwert wird mittels des Marktwertes bestimmt.

Eigene Aktien

Die Gesamtkosten der erworbenen eigenen Anteile werden offen in einem separaten Posten als Kürzung des Eigenkapitals ausgewiesen. Die Anzahl ausstehender, d. h. im Umlauf befindlicher Aktien der Gesellschaft verringert sich entsprechend der Anzahl eigener Anteile. Unverändert bleibt dabei die Anzahl begebener, d. h. emittierter Aktien. Bei der Wiederveräußerung eigener Aktien entstehende Gewinne oder Verluste werden entsprechend IAS 32.33 erfolgsneutral mit der Kapitalrücklage verrechnet.

Liquide Mittel

Die liquiden Mittel werden als finanzieller Vermögenswert zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Sie beinhalten laufende Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestände sowie kurzfristig liquidierbare Geldanlagen mit ursprünglichen Fälligkeiten von weniger als drei Monaten ab dem Tag des Erwerbs.

Pensionsrückstellungen

Die Bilanzierung und Bewertung von Verpflichtungen für Pensionen erfolgt gemäß IAS 19. Zu unterscheiden sind dabei beitrags- und leistungsorientierte Pensionspläne.

Bei beitragsorientierten Plänen treffen Bechtle über die regelmäßige Entrichtung bestimmter Beiträge hinaus keinerlei Verpflichtungen. Zur Bewertung von Verpflichtungen oder Aufwendungen sind daher keine versicherungsmathematischen Annahmen erforderlich. Versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste können nicht entstehen.

Dagegen sind die aus leistungsorientierten Plänen resultierenden Verpflichtungen mittels versicherungsmathematischer Annahmen und Berechnungen unter Berücksichtigung biometrischer Rechnungsgrundlagen zu bewerten. Dabei können versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste auftreten.

Gemäß IAS 19.93A erfasst Bechtle alle versicherungsmathematischen Gewinne oder Verluste sämtlicher leistungsorientierter Pläne einheitlich erfolgsneutral nach Berücksichtigung latenter Steuern direkt im Eigenkapital (Gewinnrücklagen). Diese versicherungsmathematischen Gewinne oder Verluste sind in der „Aufstellung der erfassten Erträge und Aufwendungen“ ausgewiesen.

Sonstige Rückstellungen

Sonstige Rückstellungen werden gebildet, sofern gegenüber Dritten eine gegenwärtige Verpflichtung aus einem vergangenen Ereignis besteht. Deren Höhe muss zuverlässig geschätzt werden können und sie muss eher wahrscheinlich als unwahrscheinlich zu einem Abfluss künftiger Ressourcen führen. Rückstellungen werden nur für rechtliche und faktische Verpflichtungen gegenüber Dritten gebildet.

Langfristige Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden unter Zugrundelegung der entsprechenden Zinssätze auf den Bilanzstichtag abgezinst, sofern der Zinseffekt wesentlich ist.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten passiviert. Langfristige Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden unter Zugrundelegung der entsprechenden Zinssätze auf den Bilanzstichtag abgezinst.

Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing werden in Höhe des Barwerts aus den künftigen Mindest-Leasingraten passiviert.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen enthalten in der Bechtle-Gruppe aus- schließlich Finanzinstrumente. Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten auch nichtfinanzielle Vermögenswerte.

Abgrenzungsposten

Der Abgrenzungsposten beinhaltet bei Bechtle sämtliche Umsatz- und Ertragsabgrenzungen. Dies beinhaltet insbesondere Anzahlungen und passive Rechnungsabgrenzungsposten auf Wartungsverträge und Garantieleistungen. Die Bewertung erfolgt in Höhe der noch zu erbringenden Leistungen.

Umsatzrealisierung

Umsätze werden in den Segmenten IT-Systemhaus & Managed Services und IT-E-Commerce getätigt, wobei nach Dienstleistungen und Handelswaren unterschieden wird. Die Umsätze werden in Übereinstimmung mit IAS 18 nach der Erbringung der Leistung beziehungsweise nach der Abnahme durch den Kunden unter Berücksichtigung von Erlösschmälerungen erfasst. Erlösschmälerungen, Konventionalstrafen und Skonti werden dabei in Abzug gebracht.

Zu diesem Zeitpunkt kann die Höhe der Erlöse verlässlich bemessen werden und der Zufluss des wirtschaftlichen Nutzens aus dem Geschäft ist hinreichend wahrscheinlich. Erträge und damit im Zusammenhang stehende Aufwendungen werden unabhängig von den zugrunde liegenden Zahlungsströmen erfasst.

Wartungsverträge und andere im Voraus fakturierte Lieferungen und Leistungen werden unter Berücksichtigung der bereits erbrachten Leistung über die Laufzeit abgegrenzt.

Forschungs- und Entwicklungskosten

Mit Ausnahme der Entwicklungskosten, die im Zusammenhang mit der Erstellung selbst genutzter oder zum Verkauf bestimmter Software anfallen, sind keine wesentlichen Forschungs- und Entwicklungskosten zu verzeichnen. Wir verweisen dazu auf unsere Ausführungen zu selbst erstellter Software.

Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Stammaktie (Earnings per Share oder EPS) wird gemäß IAS 33 berechnet. IAS 33 schreibt die Darstellung des Ergebnisses je Aktie für alle Gesellschaften, die Stammaktien ausgegeben haben, vor. Das Ergebnis je Aktie ist das auf die Aktionäre der Bechtle AG entfallende Ergebnis nach Steuern geteilt durch den gewichteten Durchschnitt der ausstehenden Stammaktien.