Kosten- und Ertragsentwicklung

Umsatzkosten

Effizienzverbesserungen tragen zur Steigerung des Bruttoergebnisses bei

Die Umsatzkosten sind im Berichtsjahr unterproportional zum Umsatz um 2,1 Prozent von 1.188,1 Mio. € auf 1.213,3 Mio. € gestiegen. Für diesen geringen Anstieg gibt es vor allem zwei Gründe. Zum einen hat Bechtle dank optimierter Prozessabläufe in beiden Segmenten sowie der Schließung defizitärer und der Zusammenlegung benachbarter Standorte im Segment IT-Systemhaus & Managed Services die Kostenstrukturen verbessern können. Zum anderen konnte der Deckungsbeitrag in diesem Segment erhöht werden. Hier machen sich die Qualifizierungsmaßnahmen der Vertriebsmitarbeiter bemerkbar, die vermehrt höherwertige Dienstleistungen anbieten können. Die Anteile des Personal- und des Materialaufwands an den Umsatzkosten haben sich im Berichtsjahr nicht geändert. Das Bruttoergebnis vom Umsatz ist von 195,3 Mio. € auf 218,1 Mio. € um 11,7 Prozent gestiegen. Die Bruttomarge erhöhte sich entsprechend von 14,1 Prozent auf 15,2 Prozent.

UMSATZKOSTEN/BRUTTOERGEBNIS in Mio. €

    2004   2005   2006   2007   2008
Umsatzkosten   935,2   1.020,4   1.046,6   1.188,1   1.213,3
Bruttoergebnis   153,0   157,9   173,6   195,3   218,1
Bruttomarge in %   14,1   13,4   14,2   14,1   15,2

Vertriebs- und Verwaltungskosten

Aufwendungen für Vertrieb und Verwaltung entwickelten sich planmäßig

Die Vertriebs- und Verwaltungskosten sind hingegen überproportional zum Umsatz gestiegen. Hier machen sich die Neueinstellungen in den Vertriebsteams beider Segmente sowie der Mitarbeiteraufbau in der Verwaltung im Rahmen der neuen Konzernstruktur bemerkbar. Mittelfristig werden sich diese Neueinstellungen positiv für Bechtle auswirken. Der Ausbau der Vertriebsteams war notwendig, um auch in Zukunft das hohe Wachstumstempo von Bechtle aufrechtzuerhalten. Die Schaffung neuer Verwaltungsstellen war nötig, um die neue Konzernstruktur zu unterstützen. Die Tochtergesellschaften werden künftig durch die Entlastung bei administrativen Aufgaben davon profitieren und können sich weitgehend auf die operativen Tätigkeiten konzentrieren. Im Einzelnen stiegen die Vertriebskosten um 11,2 Prozent von 81,4 Mio. € auf 90,5 Mio. €. Der Anteil am Gesamtumsatz legte wie geplant von 5,9 Prozent auf 6,3 Prozent zu. Die Verwaltungskosten lagen 12,6 Prozent über Vorjahr und beliefen sich auf 75,7 Mio. € (Vorjahr: 67,2 Mio. €). Die Quote entwickelte sich erwartungsgemäß von 4,9 Prozent auf 5,3 Prozent.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind von 11,5 Mio. € auf 8,3 Mio. € gesunken. Im Vorjahr waren hier einmalige nichtoperative Sondereffekte in Höhe von 2,6 Mio. € ausgewiesen. Zudem ergaben sich Verschiebungen bei Marketing- und Werbekostenzuschüssen zu den Umsatzerlösen.

VERTRIEBSKOSTEN/VERWALTUNGSKOSTEN in Mio. €

    2004   2005   2006   2007   2008
Vertriebskosten   63,7   68,5   73,7   81,4   90,5
Vertriebskostenquote in %   5,9   5,8   6,0   5,9   6,3
Verwaltungskosten   56,4   55,5   62,7   67,2   75,7
Verwaltungskostenquote in %   5,2   4,7   5,1   4,9   5,3

Marketingkosten

Die Marketingaufwendungen der Bechtle AG sind Bestandteil der Vertriebskosten, mit Ausnahme der Aufwendungen für den Bechtle-Katalog, die den Umsatzkosten zugeordnet werden. Unterteilt auf die Segmente lagen die Marketingkosten im Berichtsjahr im IT-E-Commerce bei 2,6 Mio. € (Vorjahr: 2,2 Mio. €), im IT-Systemhaus & Managed Services bei 1,7 Mio. € (Vorjahr: 1,2 Mio. €).

Als Handelsunternehmen vermarktet Bechtle im Segment IT-E-Commerce Produkte Dritter. Wie in der Branche üblich stehen hier den Marketingkosten in den meisten Fällen Einnahmen in Form von Zuschüssen der Hersteller gegenüber. Auch im Segment IT-Systemhaus & Managed Services wird ein Großteil der Marketingaktionen von den Herstellern unterstützt. Die genannten Kosten wirken sich folglich nur unwesentlich auf die Ertragslage des Unternehmens aus.

Der Bechtle-Katalog – unverändert eines der wichtigsten Marketinginstrumente

Eines der wichtigsten Marketinginstrumente im IT-E-Commerce ist der über 900-seitige Bechtle- Katalog. Er erscheint zweimal jährlich in einer Auflage von 150.000 Stück in sechs Sprachen und elf Landesversionen. Er wird für alle Länder zentral in Neckarsulm erstellt. Die weiteren Marketingaktionen in diesem Segment betreffen hauptsächlich Produktwerbung über Mailings und den wöchentlichen Versand gedruckter Produktinformationen. Daneben betreibt Bechtle in begrenztem Umfang auch Onlinewerbung. Die einzelnen Landesgesellschaften sind in der Auswahl ihrer Marketingaktionen weitgehend frei, um den spezifischen Erfordernissen der jeweiligen Landesmärkte Rechnung tragen zu können. Zum Teil liegt der Schwerpunkt auf Onlinemarketing, zum Teil steht der Versand gedruckter Publikationen im Vordergrund.

Im Segment IT-Systemhaus & Managed Services mit seiner dezentralen Struktur sind es vor allem die Systemhäuser, die Marketingaktionen in ihren jeweiligen Zielregionen durchführen. So gab es im Berichtsjahr wieder zahlreiche Veranstaltungen wie Kundenevents, IT-Foren und Hausmessen. Sie werden von den jeweiligen Lokationen selbst verantwortet und durchgeführt. Unterstützung erhalten die IT-Systemhäuser vom zentralen Veranstaltungsmanagement der Bechtle AG. Eine der größeren Veranstaltungen war ein Kundenevent des Systemhauses Hannover im jemenitischen Pavillon auf dem EXPO-Gelände unter dem Motto „Tausend und eine Lösung“. Mehr als 170 Besucher nutzten das breite Angebot an Informationen und Unterhaltung.

Daneben gibt es unterstützend und flankierend auch Marketingaktivitäten der Holding, vor allem für die Competence Center oder den Zentralbereich Managed Services. Sämtliche Aktionen dienen vor allem der Präsentation des Produkt- und Dienstleistungsspektrums von Bechtle sowie der Kundenbindung. Wichtigste Bestandteile der zentralen Marketingaktionen sind das Kunden- und Mitarbeitermagazin Bechtle update und der Bechtle Competence Center Day (CC Day). Das Bechtle update erscheint viermal jährlich und berichtet über aktuelle Ereignisse im Unternehmen sowie über erfolgreiche Projekte und stellt die Standorte des Bechtle-Konzerns vor. Am jährlich stattfindenden CC Day präsentiert Bechtle am Unternehmenssitz in Neckarsulm den Kunden, aber auch den eigenen Mitarbeitern die ganze Bandbreite des Dienstleistungsangebots. Im Berichtsjahr wurde der CC Day von rund 800 Interessierten besucht.

Präsenz auf Fachmessen zeigt Bechtle in der Regel nicht mit eigenen Ständen, sondern in Kooperation mit Herstellern oder Partnern auf deren Standflächen.

Ergebnissituation

Das Ergebnis vor Abschreibungen, Finanzergebnis und Steuern (EBITDA) stieg um 3,3 Prozent auf 74,1 Mio. € (Vorjahr: 71,8 Mio. €). Die EBITDA-Marge blieb konstant auf 5,2 Prozent.

EBIT DA in Mio. € (Grafik)

Die Abschreibungen lagen bei 13,9 Mio. € und damit um 3,0 Prozent über dem Niveau des Vorjahres (Vorjahr: 13,5 Mio. €). Mit 9,6 Mio. € entfiel der größte Teil auf Software und Sachanlagen (Vorjahr: 10,0 Mio. €). Bei den Sachanlagen handelt es sich im Wesentlichen um die eigene EDV- und Büroausstattung. Zusätzlich entfallen die Abschreibungen im Rahmen des Sachanlagevermögens auf Mietereinbauten und Vermögenswerte, die im Rahmen von längerfristigen Wartungsverträgen im Kundennutzen stehen.

Weitere Abschreibungen in Höhe von 3,7 Mio. € (Vorjahr: 3,5 Mio. €) entfielen auf Kundenstämme und Kundenserviceverträge. Der Anstieg hängt im Wesentlichen mit den im Berichtsjahr getätigten Akquisitionen und dem damit begründeten erhöhten Abschreibungsbedarf zusammen.

Im Berichtsjahr hat die Bechtle AG auch Abschreibungen auf Marken vorgenommen. Die 2006 akquirierten Artikona-Gesellschaften in den Niederlanden firmieren jetzt unter dem Markennamen ARP. Entsprechend entstanden Abschreibungen auf den bisherigen Markenwert in Höhe von 0,6 Mio. €.

Die Abschreibungsquote blieb mit 1,0 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres und ist gemessen an den übrigen Aufwandspositionen von nachrangiger Bedeutung. Werthaltigkeitsprüfungen der Geschäfts- und Firmenwerte (Impairment-Test) ergaben für 2008 erneut keinen Abwertungsbedarf.

Das operative Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) verbesserte sich um 3,4 Prozent auf 60,2 Mio. € (Vorjahr: 58,3 Mio. €).

EBIT in Mio. € (Grafik)

Das Finanzergebnis als Saldo aus Finanzaufwand und -ertrag stieg im Berichtsjahr aufgrund der guten Finanzierungssituation der Bechtle AG und lag bei 1,3 Mio. € (Vorjahr: 0,8 Mio. €).

Eigene Ergebnisprognose übertroffen

Das Ergebnis vor Steuern (EBT) erhöhte sich um 4,3 Prozent von 59,0 Mio. € auf 61,5 Mio. €. Damit konnte die Bechtle AG den Planwert von 60 Mio. € übertreffen. Trotz des zum Jahresende schwierigeren wirtschaftlichen Umfelds verbesserte sich die Ergebnissituation vor allem dank Effizienzsteigerungen auch im vierten Quartal nochmals von 19,5 Mio. € auf 20,2 Mio. €. Der Ergebnisbeitrag des Schlussquartals lag mit rund 33 Prozent auf dem Niveau des sehr starken Vorjahresquartals.

EBT in Mio. € (Grafik)

Die EBT-Marge im Berichtsjahr blieb konstant auf einem für die Branche außergewöhnlich hohen Niveau von 4,3 Prozent.

EBT-marge in % (Grafik)

Der Ertragssteueraufwand ging im Berichtsjahr vor allem aufgrund des im Inland durch die Unternehmenssteuerreform reduzierten Körperschaftssteuersatzes von 18,0 Mio. € um 10,8 Prozent auf 16,1 Mio. € zurück. Die Steuerquote reduzierte sich entsprechend deutlich von 30,6 Prozent auf 26,2 Prozent.

Das Ergebnis nach Steuern lag mit 45,4 Mio. € um 10,9 Prozent über dem Vorjahr (Vorjahr: 41,0 Mio. €). Das Ergebnis je Aktie (EPS) stieg gegenüber dem Vorjahr um 11,1 Prozent auf 2,14 € (Vorjahr: 1,93 €). Grund für den leicht höheren Anstieg des EPS im Vergleich zum Nachsteuerergebnis war die infolge des Aktienrückkaufprogramms geringere Zahl durchschnittlicher Aktien.

Eps in € (Grafik)

Vorstand schlägt Dividende von 0,60 € vor

Grundlage für die Gewinnverwendung und damit die Dividendenausschüttung ist der Einzelabschluss der Bechtle AG. Er weist einen Jahresüberschuss von 22,2 Mio. € aus. Nach Einstellung von 9,5 Mio. € in die Rücklagen beträgt der Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 12,7 Mio. €. Der Vorstand schlägt dem Aufsichtsrat vor, den Bilanzgewinn an die Aktionäre auszuschütten und der Hauptversammlung die Zahlung einer Dividende je Aktie von 0,60 € zu unterbreiten. Damit läge die Dividende je Aktie auf Vorjahresniveau. Die Zahl der dividendenberechtigten Aktien beläuft sich zum Zeitpunkt der Berichtserstellung am 2. März 2009 auf 20.986.097 Stück. Die vom Unternehmen im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms erworbenen eigenen Aktien sind nicht dividendenberechtigt.